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Ich finde Social Media inzwischen einfach anstrengend

Für mich fühlt sich vieles daran nicht mehr wirklich sozial an. Ich öffne eine App angeblich wegen Freunden und lande wenige Sekunden später in einem endlosen Strom aus Videos, Werbung, Empörung und irgendwelchen Menschen, die ich gar nicht kenne.

Natürlich gibt es dort auch gute Sachen. Ich finde Freunde und kleine Communities. Dazu kommen Kunst und Wissen von Menschen, die ich sonst nie entdeckt hätte. Dafür muss ich aber nicht jede freie Sekunde mit einem Feed füllen.

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Der Drang, ständig nachzusehen, ist kein Zufall

Endloses Scrollen, Autoplay, Push-Nachrichten und personalisierte Empfehlungen haben alle dieselbe Richtung: Du sollst möglichst lange bleiben und möglichst oft wiederkommen. Genau diese Funktionen stehen inzwischen auch bei europäischen Behörden wegen ihres suchterzeugenden Designs in der Kritik.

Bei mir merke ich es simpel. Ich entsperre das Handy und öffne eine App ohne überhaupt zu wissen warum. Genau dann stimmt für mich etwas nicht. Dasselbe gilt beim Warten oder mitten in einem Film. Wenn ich dort automatisch denselben Feed brauche, ist daraus eine Gewohnheit geworden. Diese Gewohnheit will ich nicht haben. Ich finde das ehrlich gesagt krank.

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Löschen ist leichter als jeden Tag dagegen anzukämpfen

Ich glaube nicht besonders an Willenskraft gegen Apps, die täglich auf maximale Aufmerksamkeit optimiert werden. Für mich ist die einfachere Lösung mehr Reibung. Die App fliegt vom Handy. Benachrichtigungen gehen aus und ich bleibe nicht dauerhaft eingeloggt.

Wenn ich eine Plattform wirklich für etwas brauche, kann ich sie immer noch bewusst im Browser öffnen. Das ist weniger bequem. Genau das ist der Punkt. Ich will nicht, dass der Weg in den Feed leichter ist als der Gedanke, ob ich überhaupt hinein möchte.

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Du musst nicht gleich alle Menschen verlieren

Social Media zu löschen heißt nicht Kontakte zu löschen. Die wichtigen Kontakte bleiben erreichbar. Sie können mir schreiben oder mich anrufen. Messenger bleiben ebenfalls. Für Creator nutze ich lieber Newsletter und Websites. Podcasts oder RSS funktionieren oft genauso gut.

Und wenn eine Plattform für Arbeit, Verein oder ein bestimmtes Hobby wirklich sinnvoll ist, kann man sie gezielt dafür behalten. Mir geht es nicht um eine moralische Regel. Mir geht es darum, den Algorithmus nicht zum Standardprogramm für jede ruhige Minute zu machen.

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Mach einen einfachen Test

  • lösche die Social-Media-Apps für 30 Tage vom Handy
  • schalte alle nicht wichtigen Push-Nachrichten aus
  • behalte Messenger, wenn du sie für echte Kontakte brauchst
  • öffne Social Media nur noch bewusst im Browser, wenn es nötig ist
  • achte darauf, wie oft deine Hand trotzdem automatisch zur alten Stelle auf dem Homescreen geht
  • wenn du nach 30 Tagen nichts vermisst, lass die Apps einfach weg