Beliebt heißt nicht automatisch gut
Wenn ich nach einer neuen App suche, lande ich fast immer zuerst bei denselben großen Namen. Sie haben Werbung, gute Platzierungen im App Store und tausende Bewertungen. Das sagt aber noch nicht, ob sie für mich die beste Wahl sind.
Gerade bei einfachen Werkzeugen nervt mich ein Muster: Die App sieht kostenlos aus, aber nach zwei Klicks kommt das Abo. Export? Premium. Synchronisierung? Premium. Eine zweite Liste? Premium. Irgendwann bezahlt man jeden Monat Geld für etwas, das eigentlich nur eine kleine Aufgabe erledigen sollte.
Ich suche zuerst nach Open Source
Open Source ist nicht automatisch besser. Es gibt schlechte Open-Source-Apps und sehr gute kommerzielle Apps. Trotzdem suche ich inzwischen oft zuerst danach. Ich mag die Idee, dass Software nicht nur davon lebt, immer mehr Funktionen in ein Abo zu packen.
Wenn es keine gute Open-Source-Lösung gibt, nehme ich lieber einen kleineren Konkurrenten mit fairem Preis. Ein Einmalkauf ist mir am liebsten. Ein günstiges Abo ist ebenfalls okay. Wichtig ist nur, dass der Preis zur Funktion passt. Ich zahle gern für gute Software. Sie sollte nur nicht gegen mich optimiert sein.
Bei Mobile Games bin ich noch strenger
Nicht jedes Spiel auf dem Handy ist schlecht. Ich meide aber Spiele, die mich mit psychologischen Tricks möglichst lange festhalten und immer wieder zum Bezahlen bringen wollen. Tägliche Belohnungen und künstliche Wartezeiten machen mich misstrauisch. Dasselbe gilt für zig Fantasiewährungen oder angeblich zeitlich begrenzte Angebote.
FOMO funktioniert dabei besonders gut. Die Botschaft ist simpel: Spiel oder kauf jetzt. Sonst verpasst du etwas. Dazu kommen Lootboxen und Energie-Systeme. Bei manchen Paketen wird echtes Geld absichtlich in Fantasiewährungen umgerechnet. Dann verliert man schnell das Gefühl für den tatsächlichen Preis.
Woran ich eine gierige App erkenne
- die eigentliche Grundfunktion wird nach kurzer Zeit künstlich eingeschränkt
- ständig erscheinen Pop-ups für Upgrades, Coins oder Sonderangebote
- Kündigen ist deutlich schwerer als das Abschließen des Abos
- Preise werden durch Fantasiewährungen oder komplizierte Pakete verschleiert
- die App baut absichtlich Druck auf, damit ich heute noch kaufe oder täglich zurückkomme
Dark-Pattern-Demo
Wie viele Warnzeichen findest du?
Die Oberfläche ist absichtlich übertrieben, aber die Muster sind realistisch: Druck, verschleierte Preise und Funktionen, die erst nach dem Download plötzlich kostenpflichtig werden.
Gefundene Warnzeichen: 0/5
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Ich will Software benutzen, nicht von ihr benutzt werden
Am Ende ist das mein Maßstab. Gute Software darf Geld kosten. Entwickler sollen für ihre Arbeit bezahlt werden. Aber ich möchte merken, dass das Produkt für mich gebaut wurde und nicht nur dafür, möglichst viel Geld oder Aufmerksamkeit aus mir herauszuholen.
Deshalb lohnt sich die Suche nach einer Alternative fast immer. Vielleicht sieht sie nicht ganz so schick aus oder steht nicht auf Platz eins im Store. Wenn sie ihren Job ruhig, zuverlässig und zu einem fairen Preis erledigt, ist sie für mich oft die bessere App.