Warum ich überhaupt darüber nachdenke
Wir hängen heute ständig in irgendwelchen Netzen. Zuhause, im Hotel, im Zug, am Flughafen oder kurz im WLAN eines Cafés. Meistens denkt man darüber gar nicht nach. Man verbindet sich und macht einfach weiter.
Ich finde trotzdem, dass ein zusätzlicher Schutz inzwischen zur Grundausstattung gehört. Nicht weil hinter jedem WLAN direkt ein Hacker sitzt. Sondern weil es keinen guten Grund gibt, den eigenen Internetverkehr unnötig offen herumzureichen. Ein VPN kann dabei helfen, die eigene IP-Adresse zu verstecken und den Weg zwischen Gerät und VPN-Anbieter zu verschlüsseln.
Ein VPN macht dich nicht unsichtbar
Das ist mir wichtig: Ein VPN ist kein Tarnumhang. Wenn du dich bei Google, Instagram oder Amazon anmeldest, wissen diese Dienste natürlich weiterhin, dass du du bist. Cookies und Accounts verschwinden durch einen VPN ebenfalls nicht.
Du verschiebst außerdem Vertrauen. Ein Teil deiner Verbindung läuft dann über den VPN-Anbieter statt über deinen Internetanbieter. Deshalb installiere ich keine kostenlose VPN-App mit großen Versprechen. Wenn ich einen richtigen VPN nutze, wähle ich nur einen Anbieter, dem ich vertraue.
Für viele Apple-Nutzer reicht Privat-Relay
Wenn du iCloud+ nutzt, hast du mit iCloud Privat-Relay schon einen ziemlich guten Schutz für das normale Surfen in Safari. Dabei wird deine echte IP-Adresse vor den besuchten Websites verborgen und auch dein Netzbetreiber bekommt weniger Informationen darüber, welche Seiten du aufrufst.
Privat-Relay ist aber kein kompletter VPN. Es schützt vor allem das Surfen mit Safari und nicht einfach den gesamten Datenverkehr jeder App auf deinem Gerät. Für jemanden, der hauptsächlich Safari nutzt und nur etwas mehr Privatsphäre möchte, kann das trotzdem völlig ausreichen. Ich würde nicht extra Geld für einen VPN ausgeben, nur damit oben in der Menüleiste ein VPN-Symbol erscheint.
Was sieht wer?
Normal, VPN oder iCloud Privat-Relay
Wähle einen Modus. Die Karten zeigen vereinfacht, welche Informationen typische Beteiligte sehen können. HTTPS bleibt dabei wichtig: Der eigentliche Seiteninhalt ist dadurch normalerweise nicht einfach lesbar.
Was die Zielseite sieht
Was dein Zugangsanbieter sieht
Zusätzlicher Anbieter
Normales HTTPS schützt Inhalte, aber nicht jede Verbindungsinformation.
Vereinfacht dargestellt. DNS, verschlüsseltes DNS, ECH, Browserfunktionen und konkrete VPN-Konfigurationen können Details verändern. Privat-Relay schützt außerdem nicht pauschal den gesamten Geräteverkehr.
Wann ich einen richtigen VPN nehmen würde
- wenn ich den Datenverkehr von mehr als nur Safari schützen möchte
- wenn ich häufig fremde oder öffentliche Netzwerke nutze
- wenn ich auf Reisen eine Verbindung über einen bestimmten Standort brauche
- wenn ich auf Geräten ohne Privat-Relay denselben Schutz haben möchte
- wenn ich bewusst einen vertrauenswürdigen VPN-Anbieter nutzen will
Mein einfacher Rat
Mach aus dem Thema keine Wissenschaft. Wenn du iCloud+ hast, aktiviere Privat-Relay und lass es einfach laufen. Wenn dir das nicht reicht, such dir einen seriösen VPN-Dienst und bezahle lieber ein paar Euro, statt deine Daten mit einem dubiosen Gratis-VPN zu bezahlen.
Für mich geht es am Ende nicht darum, paranoid zu werden. Es ist eher wie das Abschließen der Haustür. Die paar Sekunden Aufwand sind klein und ich muss danach nicht mehr darüber nachdenken.