Bezahlt und trotzdem Datensammlung
Bei einem kostenlosen Dienst verstehe ich zumindest, warum Daten ein Teil des Geschäftsmodells sein können. Bei Windows stört mich das Prinzip mehr. Ich bezahle für eine Lizenz oder bekomme sie über einen gekauften Rechner. Trotzdem sammelt das System Diagnosedaten und bietet weitere optionale Datennutzung an.
Microsoft unterscheidet selbst zwischen erforderlichen und optionalen Diagnosedaten. Erforderliche Daten lassen sich auf einem normalen Windows-System nicht einfach vollständig auf null stellen. Optionale Daten und viele verbundene Funktionen kann ich aber einschränken. Genau das mache ich.
Ich fange bei den Windows-Einstellungen an
Der erste Schritt braucht kein Zusatzprogramm. Unter Datenschutz und Sicherheit gehe ich die Einstellungen einmal bewusst durch. Optionale Diagnosedaten brauche ich nicht. Personalisierte Vorschläge und ähnliche Funktionen schalte ich ebenfalls ab, wenn sie mir keinen echten Nutzen bringen.
Das ist für mich kein Kampf gegen Microsoft. Ich drehe nur den Standard um. Nicht alles bleibt an, bis ich einen Grund zum Abschalten finde. Dinge bleiben aus, bis ich einen Grund zum Einschalten habe.
Warum ich O&O ShutUp10 praktisch finde
Windows verteilt Datenschutzeinstellungen über viele Stellen. O&O ShutUp10 fasst sehr viele davon in einer Oberfläche zusammen. Das Tool ist für Windows 10 und Windows 11 gedacht. Es zeigt außerdem Empfehlungen an, welche Einstellungen sich relativ unkritisch ändern lassen.
Ich nutze so ein Tool nicht, weil ich glaube, danach komplett unsichtbar zu sein. Das wäre Unsinn. Ich nutze es, weil ich schneller sehe, welche Telemetrie und Komfortfunktionen ich überhaupt beeinflussen kann.
Nicht einfach jeden Schalter auf Rot stellen
Anti-Telemetrie-Tools können auch Funktionen abschalten, die man später vermisst. Deshalb würde ich nie blind jede mögliche Option deaktivieren. Vor Änderungen ist ein Wiederherstellungspunkt sinnvoll. Danach nehme ich zuerst die empfohlenen Einstellungen und lese bei aggressiveren Optionen nach.
Sicherheitsfunktionen sind für mich eine klare Grenze. Windows Update und Defender schalte ich nicht ab, nur um weniger Verbindungen zu sehen. Dasselbe gilt für Schutzfunktionen wie SmartScreen, wenn ich keinen sehr guten Grund dafür habe. Datenschutz sollte meinen Rechner nicht unsicherer machen.
Meine Grundeinstellung nach einer Windows-Installation
- optionale Diagnosedaten in Windows deaktivieren
- Werbe-ID und unnötige Personalisierung abschalten
- App-Berechtigungen für Standort und Mikrofon einzeln prüfen
- O&O ShutUp10 mit den empfohlenen Einstellungen durchgehen
- vor aggressiven Änderungen einen Wiederherstellungspunkt erstellen
- nach großen Windows-Updates die Einstellungen erneut kontrollieren
Es geht mir um Kontrolle und nicht um Panik
Windows ist dadurch nicht plötzlich ein böses Betriebssystem. Telemetrie kann bei Fehleranalyse und Produktverbesserung helfen. Ich finde nur: Der Nutzer sollte möglichst klar entscheiden können, wie viel er teilen möchte.
Ich habe den Rechner gekauft. Ich bezahle für Windows. Also möchte ich wenigstens die Datennutzung abschalten, die für meinen Alltag keinen Wert hat. Ein paar Minuten nach der Installation reichen dafür meistens aus.